Fragen und Antworten (Q&A) zu meiner Panamericana Reise mit dem Rad
Seit ich von meinem Plan erzähle, mit dem Fahrrad die Panamericana zu fahren, bekomme ich immer wieder die gleichen Fragen. Hier sammle ich die Antworten. Falls deine Frage nicht dabei ist, schreib mir gerne!
Die Route
Wie lang ist die Strecke?
Rund 28.000 km von Deadhorse in Alaska bis Ushuaia in Argentinien (südlichste Stadt der Welt). Das ist etwas mehr als die halbe Strecke um die Erde. Je nach Route und Umwegen kann es auch deutlich mehr werden.
Wie lange wird die Reise dauern?
Geplant sind etwa 17 Monate, also von Juni 2026 bis Dezember 2027. Ich rechne mit ungefähr 50 Tagen pro 3.000 km inklusive Pausentagen (ca. 10). Das gibt mir ca. 2 Monate Puffer, um in Südamerika im dortigen Sommer (Dezember) anzukommen.
Wann geht es los?
Am 30. Mai geht der Flieger nach Anchorage und nochmal am 1. Juni 2026 nach Deadhorse. Dann ist es dort, ganz im Norden hoffentlich warm genug, dass der Dalton Highway befahrbar ist, aber noch vor der großen Schneeschmelze, die die Straße wegspülen kann. Aktuell schwankt die Temperatur dort zwischen -5° und -20°C. Sollte es zu kalt sein lasse ich den Flieger nach Deadhorse verfallen und radl von Anchorage los.
Was ist der Dalton Highway?
Der Dalton Highway beginnt in karger Tundra und führt mich von Norden nach Süden über weite, einsame Strecken durch arktische Landschaften. Im Juni kann es noch Schnee geben, besonders in höheren Lagen wie am Atigun Pass (1.430 m). Südlich davon wird es wärmer, hügeliger und die ersten Bäume tauchen auf. Die Strecke verläuft entlang der Trans‑Alaska Pipeline. Versorgungspunkte sind nach 400 km Coldfoot und 550 km das Yukon River Camp. Die Camps und die Ölpumpstation sollen ein offenes WLAN haben aber ansonsten sind robuste Ausrüstung, Ersatzteile und Notkommunikation unverzichtbar. Nach 800 km von Deadhorse erreicht man Fairbanks.

Warum startest du in Alaska und nicht einfach irgendwo in den USA?
Wennschon, dennschon. Deadhorse ist das nördliche Ende der Panamericana (inoffiziel) und ich möchte die komplette Strecke fahren. Außerdem reizt mich die Einsamkeit und Natur Alaskas als Einstieg. Die Reiseberichte anderer Radreisender haben mich überzeugt, dass der Start dort oben etwas ganz Besonderes ist.
Steht die Route schon fest?
Bis Banff in Kanada ja. Danach halte ich es bewusst offen. Ich werde mich an bekannten Radreise-Routen orientieren, aber spontan entscheiden, was sich gut anfühlt und was mir andere Reisende empfehlen.
Meine gefahrene Route wirst du hier finden:

Sicherheit
Ist das nicht gefährlich?
Die kurze Antwort: Nicht gefährlicher als mit dem Rad in München unterwegs zu sein. Die lange Antwort: Natürlich gibt es Risiken, wie überall. Aber die Panamericana wird regelmäßig von Radreisenden befahren und mit gesundem Menschenverstand, aktuellen Informationen und Austausch mit anderen Reisenden lassen sich die meisten Situationen gut einschätzen.
Die ersten Gefahren werden aber erstmal Bären, die Kälte, Mücken und Waldbrände sein.
Was ist mit Bären in Alaska?
In Alaska und Kanada gibt es Grizzly- und Schwarzbären. Bärenspray ist das Erste was man kauft und gehört zur Grundausstattung. Das Essen und alles was riecht, wird in einem Bärenkanister gelagert, damit es die Bären nicht anlockt und wird nachts jeweils ca. 100 Meter von der Kochstelle und vom Schlafplatz entfernt gelagert.
Fährst du alleine?
Grundsätzlich ja. Aber auf den bekannten Routen trifft man regelmäßig andere Radreisende und man fährt schnell mal ein paar Tage zusammen. In Kanada werde ich zu dritt unterwegs sein und ein Freund wird in Alaska und vielleicht nochmal in Südamerika dazuzustoßen.
Alltag unterwegs
Wie viele Kilometer fährst du am Tag?
Zwischen 70 und 100 km, je nach Terrain, Wetter und Tagesform. In den Bergen oder auf Schotter deutlich weniger, auf flachen asphaltierten Straßen mit Rückenwind mehr. Pausentage plane ich alle 6 bis 10 Fahrtage ein.
Wo schläfst du?
Meistens im Zelt. Wildcampen ist in vielen Gegenden erlaubt oder zumindest toleriert. In Alaska ist ja auch erstmal nichts 😅. Dazu kommen Campingplätze, Warmshowers-Gastgeber (ein Netzwerk für Radreisende) und ab und zu ein Hostel oder Hotel, wenn ich eine Dusche und ein Bett brauche.
Was isst du unterwegs?
Alles, was Kalorien hat! Ich koche viel selbst mit meinem Gaskocher. Meistens Haferflocken zum Frühstück, Brotzeit mittags und Nudeln mit Soße abends. In Städten wird natürlich auch mal lokal gegessen. Auf langen Abschnitten ohne Versorgung packe ich Proviant oder Trekkingnahrung für mehrere Tage ein.

Wie wäschst du deine Klamotten?
Handwäsche wenn möglich, Waschmaschine wenn verfügbar. Merino-Kleidung hilft enorm, weil sie deutlich langsamer anfängt zu riechen. Trotzdem gehört Waschtag fest zum Pausentag-Programm.
Ausrüstung
Was für ein Rad fährst du?
Ein Rose Backroad AL (2024) in der Everyday Ausführung. Ein Gravelbike mit Gepäckträger, Schutzblechen und Nabendynamo ab Werk. Damit bin ich sowohl auf Asphalt als auch auf Schotter gut unterwegs. Die komplette Ausrüstung habe ich in einem eigenen Blogpost beschrieben.

Wie schwer ist dein Gepäck?
Das Rad wiegt 11 kg, vollbepackt ohne Wasser und Essen komme ich auf etwa 28 kg. Mit vollen Wasserflaschen und Proviant für mehrere Tage sind es dann über 35 kg. Immer noch leichter als bei vielen anderen Radreisenden.
Was machst du bei einer Panne?
Ersatzschlauch, Flickzeug, Multitool und ein paar Ersatzteile sind immer dabei. Einen platten Reifen kann ich in 15 Minuten wechseln. Bei größeren Problemen muss ich zur nächsten Stadt, aber das gehört zur Reise dazu. Mit Fahrrad kann man ja gut trampen.
Nimmst du eine Drohne mit?
Nein. In manchen Ländern ist diese verboten und außerdem ist sie nicht gerade platzsparend und leicht.
Willst du ein Glas Gewürzgurken mitnehmen?
Lieber Roman, leider ist das Gewichtsverhältniss nicht sinnvoll. Danke für diese sinnvolle Frage.
Finanzierung
Was kostet so eine Reise?
Das hängt stark vom Land und vom Lebensstil ab. In den USA und Kanada muss man mit 30 bis 50 Euro pro Tag rechnen, in Mittel- und Südamerika deutlich weniger. Wer viel zeltet und selbst kocht, spart natürlich.
Hast du Sponsoren?
Nein, die Reise finanziere ich komplett selbst aus Erspartem. Sollte sich etwas passendes ergeben und du jemanden kennst, meld dich gerne bei mir: Kontakt.
Gerne kannst du ein Newsletter Abo abschließen, um mich zu unterstützen.
Auf dem Laufenden bleiben
Wo kann ich die Reise verfolgen?
Auf mehreren Kanälen:
- Dieser Blog mit ausführlichen Berichten und Geschichten
- Instagram für Bilder und kurze Eindrücke
- Polarsteps für die Live-Route mit Fotos und Kommentaren
- WhatsApp-Community für Familie und Freunde
Alle Kanäle sind auf der Seite Über zu finden.
Kann ich ein Stück mitfahren?
Auf jeden Fall! Wenn du Lust hast, ein Stück mitzuradeln, lass es mich einfach wissen. Über die Kontaktseite.
Der voraussichtlich nächste Blogpost wird dann schon aus Alaska kommen. Also bleibt gespannt und genießt die warmen Temperaturen in Deutschland.

Einblick in die geplanten ersten Tage. 10 Tage früher als ich vor zwei Jahren.
Deine Frage ist nicht dabei? Schreib mir gerne in die Kommentare oder auf Instagram und ich ergänze sie hier!

