Alaska Highway: von Delta Junction nach Whitehores
Nach dem Denali Highway und einer Nacht in einem richtigen Bett ging es wieder weiter, auf dem Alaska Highway, Richtung Südosten und Kanada 🇨🇦. Zeitweise monoton aber nicht langweilig.
Alaska Highway in Alaska
Nach der Nacht in unser Lodge waren wir gut ausgeruht aber ich spürte meine Beine immer noch von den Anstrengungen der Vortage. Die nächste Einkaufsmöglichkeit nach Delta Junction würden wir erst wieder in Tok, in 180 km, haben und so deckten wir uns noch gut ein.

Kurz nach Delta Junction begann das bisher geradeste Stück Straße: 60 km geradeaus ohne viele Höhenmeter. Aber mit Musik auf den Ohren eine angenehme Abwechslung.




Außerdem begann der LKW Verkehr der Goldmine die ihr Schürfgut von kurz hinter Tok nach Nord Fairbanks fahren mit 52x 16-Achser 24x7 (manhchoh.com). Bei Gegenverkehr ist es dann doch hin und wieder enger geworden. Auch nachts war es neben dem Highway nicht gerade leise.
Da es auch keine Tankstelle oder irgendwas gab, ging mir das Wasser aus und so fragten wir einen Camper auf einem Rastplatz. Dieser füllte uns alles, wieder sehr interessiert an der Reise, auf.
Der nächste Tag startet leider mit Regen. Mit dem Regenradar konnten wir sehen das es ab 11 Uhr weniger werden würde. So warteten wir im Zelt und konnten im Zeitfenster wo es nicht regnete einpacken. Leider holte uns der Regen aber wieder ein. Ab ca. der Hälfte der Tagesetappe hatte es nur nur noch 9° und unsere Regenjacken weichten durch.
Till fing an richtig zu frieren. Bei mir wären noch 1-2° kälter drinnen gewesen aber zum Glück kam mitten im Wald ein Bed&Breakfast. Wir fragten ob wir uns irgendwo aufwärmen könnten und machten dann Pause auf dem Herrenklo. Zum Abend hatten wir wieder Sonnenschein und gingen in Tok auf eine RV/Campingplatz für eine warme Dusche.








Nach Tok hätten wir die Möglichkeit gehabt nach Dawson einen Umweg zu den Goldgräbern zu machen. (Serie: Goldrush) Meine Beine waren aber leider zu kaputt um die schlechte Straße und 3-4 x so viele Höhenmeter zu machen als wenn wir direkt nach Withehorse fahren würden. Vor der Grenze hatten wir noch eine Nacht auf einem kostenlosen Campingplatz, Dead Man Lake. Dort gab es kostenlos Kanus zum ausleihen. Die Nacht konnten wir dort auch in einem Shelter mit Mückennetzen schlafen.
Unser Grenztag, mein 26., hatte mit Wolken begonnen, zwischendrin blauer Himmel und abends Regen. Eine Ausreise gab es nicht…
Kanada‘s Begrüßung
Der kanadische Grenzposten kam aber erst in 35 km. Im Niemandsland zogen plötzlich dunkle Wolken auf. Zuerst haben wir einen kurzen Hagelschauer abbekommen aber danach war es ein Rennen gegen den Regen bis zur Grenze. In jeder Biegung blickte ich nach hinten und die vorherige war schon im Schauer.





Die Einreise war kein Problem. Als Fußgänger braucht man nicht mal ein ETA. In der Ortschaft hinter der Grenze wurden dann nochmal kleine Vorräte aufgestockt und wir radelten noch 20 km zum Campingplatz. Auf dem Weg holte uns aber der Regen ein und zwar so richtig. Der regen kam von der Seite, Autos waren keine mehr zu sehen und es war so dunkel wie ich es zuletzt in der Nacht in Deutschland hatte.
Durchnässt errichten wir unser Zelt in der Küchenhütte des Campingplatz wo ein Ofen drinnen stand. Ein Camper gab uns ein brennendes Scheitel ab um diesen schneller zu starten. Mit dem Ofen konnten wir auch unsere Kleidung wieder trocknen. Auch wenn es verboten ist in der Hütte zu schlafen, wahrscheinlich auch wegen den Küchengerüchen für Bären, aber das war uns dies bei dem starken Regen egal.
Der folgende Tag hatte nur eine Lodge mit einem Mountain Dew und ein Hägen-Das Eisfür uns. Ansonsten war es Wald, Berge und eine hügelige Straße. Das andere Highlight war das es kurz vorm Campingplatz eine Baustelle gab durch die wir wieder nicht radln durften. So konnten wir dieses mal auf der Ladefläche des Pilotcar mitfahren und so 10 km nicht fahren. Das hat die Tagesdurchschnittsgeschwindigkeit auf über 23 km/h getrieben. Auch wenn es nicht regnete blieben wir diese Nacht wieder im Küchenhäuschen aber brauchten kein Feuer.




Am dritten Tag im Yukon kam so langsam das Motto des Landes zu uns durch: larger than life. Desto näher wir Kluane Lake kamen desto mehr Gegenwind hatten wir. Am Ende war dann die Durchschnittsgeschwindigkeit bei mir sehr langsam. Aber wir erreichten ihn und die dortige Tankstelle sehr erschöpft. Da es der erste Ort wieder mit Internet, seit der Grenze war, verweilten wir dort über 2 Stunden und hatten auch gute Burger.
Wir frühstückten auch erneut an der Tankstelle und trafen dort Naomi die sich auch auf dem Weg nach Patagonien befindet. Sie hat in Deadhorse am 10. Juni angefangen und hatte schönes Wetter 🙄. Das hat mich schon etwas neidisch gemacht. Die nächsten 4 Tage sind wir dann zu dritt bis nach Whitehorse geradelt.
Auf dem Weg haben wir dann noch einen Grizzly und einen Schwarzbären am Straßenrand gesehen. Zweiteren nur 1-2 km von unserem Campingplatz entfernt. Es gab aber keine anderen Möglichkeiten und so saßen wir am Straßenrand zum kochen, um möglichst viel Distanz zwischen essen und unseren Zelten zu bekommen. Außerdem wurde Till und mir ein Bier von einen Paar aus dem Auto gereicht, dass die selbe Strecke vor paar Jahren geradelt ist. Was sie damals erhalten haben wollten sie nun auch etwas zurückgeben.







Am 30. Tag meiner Reise erreichten wir bereits mittags Haines Junction und fanden dort eine gute Bäckerei zum Brunchen. Zum Mittagessen waren wir ums Eck zu einem Chinesen gegangen um dort das Fußballspiel Deutschland-Paraguay anzuschauen. Nach der vielen esserrei hatten wir auch keine Lust mehr viel zu radln und machten so noch mal eine Pause an der Bäckerei. Bevor wir uns am Campingplatz noch mit einem Radreisenden Paar einen Platz teilten, kauften wir noch für 3 Tage essen ein.
Falls ihr noch etwas mehr bis zum nächsten Beitrag hören wollt.
Auch wenn der nur halbe Tag mir geholfen hat, waren meine Beine so langsam richtig alle. Die Strecke nach Whitehorse hat sich sehr gezogen. In den zwei Tagen habe ich nur als Highlight, die Rehe die uns in der Früh besucht haben,in Erinnerung und das ich die 2000 km Marke kurz vor der Stadtgrenze erreicht 🥳.
In Whitehorse gönnten wir uns eine Bottomless Ice Tee in einem Dinner. Danach schauten wir uns noch das Unterhaltungsprogramm zum Canada Day an (100 Jahre Kanada). Die Parade hatten wir leider verpasst. So trennten sich erstmal unsere Wege mit Naomi zur Unterkunft. Till und ich hatten ein Hotelzimmer mit zwei schön großen Betten und einer Waschmaschine nötig.







Am ersten Pausentag in Whitehorse hat es geregnet bei 4 °C und auf den Hügeln um die Stadt lag Neuschnee 🥶. Außerdem wechselte ich die Unterkunft wo ich Ulli und Richard treffen würde und prüfte mein Fahrrad. Es war wieder die Felge zwischen den Speichen eingerissen.
Vielen herzlichen Dank an alle meine Unterstützer ❤️
Jamil, Johannes, Lucas, Peter
und
Carmen, Helga, Michael
Die Pizza die zur Entstehung dieses Blogposts führte, findet ihr am Ende des Blogeintrages.
Am zweiten Tag bauten Ulli und Richard ihre Fahrräder auf, ich brachte meins für ein neues Rad in die Werkstatt und Till baute seins auseinander und verpackte es für seinen Heimflug. Ein bisschen Zeit bleib auch noch die Stadt zu erkunden und ein gemeinsames Abendessen zu genießen.
Danach wird es auf dem Alaska Highway weiter gehen bis Watson Lake und dann Richtung Süden auf dem Stewart-Cassier Highway.
Dieser wird wieder sehr einsam und mit wenigen Versorgungsmöglichkeiten sein. Aber das wird Thema des nächsten Blogeintrags sein.
Fazit
Nach den Highlights im Denali Nationalpark oder dem Denali Highway war dieser Teil eher langweilig obwohl die Natur schön war. Mit kaputten Beinen und Regen war der Einstieg in Kanada auch nicht so prickelnd aber ich habe hier ja noch 1,5-2 Monate vor mir.
Und nun nur für meine Sponsoren sichtbar das Bild meiner Pizza, Return of the Mac, aus Whitehorse. Vielen Dank euch 😊
