Der Stewart-Cassiar Highway

Der Stewart-Cassiar Highway

Nach meiner Pause in Whitehorse ging es auf dem Alaska Highway bis nach Watson Lake. Kurz davor beginnt der ruhige und schönere Highway 37. Auch bekannt als Cassiar Highway.

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Vom 4.7.2026 bis 18.7.2026: 15 Tage, 1344 km, 10877 hm und 0 Pannen
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Whitehorse nach Watson Lake

Mit Richard und Ulli, die ich über die Mitradelzentrale des ADFC kennengelernt habe, ging es nach zwei Tagen Pause erstmal zum Supermarkt. Wir mussten uns für zwei Tage eindecken. Als unerfahrene Bikepacker kauften sie erstmal jeweils das gleiche wie ich. Danach gab es noch gute Bagel die ich am Pausentag entdeckt habe, bevor es aus der Stadt raus ging.

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Für die zwei Tage habe ich eingekauft: portionierte Haferfolcken, 1x Banane, 2x Äpfel, 1x Gurke, Tortillas mit Frischkäse und 500g Pasta mit Tomatensoße und Grillwürsten und Energieriegel. Bei längeren Distanzen fallen dann die frischen Sachen raus aus Platzgründen.

Nur paar Kilometer südlich von Whitehorse machten wir schon den ersten Stopp an einem Canyon des Yukon Rivers. Am ersten Tag fuhren wir noch im dreier Team im Windschatten und rotierten alle paar Kilometer durch. Das hat mir den Spaß am fahren genommen da ich nur noch auf den Hinterreifen des Vordermanns geachtet habe und nicht mal schnell für ein Foto anhalten konnten. So haben wir uns ab Tag zwei alle 20 km auf eine kurze Pause getroffen. (1. Riegel, 2. Mittagessen und 3. Apfel).

Alaska Highway: von Delta Junction nach Whitehores
Meine Reise auf dem Rad von Alaska nach Kanada mit Bären und Elchen auf dem Alaska Highway nach Whitehorse.

Die erste Nacht verbrachten wir an einem kleinen See da uns der Campingplatz kurz davor nicht gefiel. So wurden es aus den täglich geplanten 80 km schon 100 km. Am Abend kam noch Forrest aus Australien mit seinem Fahrrad vorbei, den wir bereits aus dem Hostel in Whitehorse kannten.

Die Nacht war doch sehr kalt. Richard hatte ein Thermometer mit min und max Temperaturen dabei, das uns in der früh 0,5 °C Grad anzeigte. Weiter ging es nach Teslin zum nächsten Supermarkt. Am Picknicktisch daneben stand auch ein Reiserad. Lasse aus München, der auch nach Patagonien radelt. Da er aber an dem Tag erstmal eine Stunde in die falsche Richtung gestartet ist und am Supermarkt ein WM Spiel geschaut hatte, wollte er noch weiter fahren. Wir blieben dort auf dem Campingplatz und gönnten uns einen Burger zum Abendessen.

Die kommenden Tage bis Watson Lake hatten Mücken und Regen im Gepäck. Tag 37 beendeten wir am einzigen Ort in Reichweite, laut iOverlander oder RollingAround, der aber so viele Mücken hatte das wir zum essen herum gehen mussten und ansonsten nur mit Kopfnetz überlebten. Tag 38 hatte den einzigen Stop mit der Continental Divide Lodge im petto. Dort hinauf hatten wir aber einen Baustellen Pilotcar Pick-up Transport 😅. Im Restaurant hatten wir die Möglichkeit uns etwas zu trockenen und trafen dort Omarr und seinen Partner die seit über 2 Jahren von Brasilien Richtung Norden radeln.

Der Regen war nicht durchgehend, so auch nicht zu kalt und wir nicht zu durchnässt. Den Abend hatten wir in Reichweite nur eine Rest Area mit zwei Toilettenhäuschen. Das eine beschlagnahmten wir zum kochen und hatten nur eine kurze Pause um unser Zelt aufzustellen. Wie man sich vorstellen kann, war es nicht die beste Nacht.

Tag 39 brachte uns bereits an die Kreuzung zum Cassiar Highway aber da wir noch zum Supermarkt mussten, mussten wir noch 10 km weiter auf dem Alaska Highway nach Watson Lake fahren. Dort wanderten wir durch den Sign Post Forest, füllten die Vorräte auf und radelten paar Kilometer zurück zu einem Campground mit einem Küchen Shelter mit Ofen. Auch wenn es nicht erlaubt ist darin zu schlafen ist es doch angenehm am Ofen zu trocknen und in der früh trocken zusammenzupacken.

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Der Sign Post Forest ist von den Bauarbeitern des Alaska Highways begonnen worden und wird seit dem jährlich erweitert. Inzwischen ist dieser auch als Historical Landmark geschützt und hatte 2023 fast 100.000 Schilder. Auch interessanterweise sehr viele Deutsche 🧐.

Cassiar Highway

Versorgungsmöglickeiten

Nach dem ich auf Instagram (@cycling_basti) gefragt wurde wie den die Versorgungspunkte auf der Strecke sind. Hier eine Kurzzusammenfassung:

  • Teslin und Dease Lake sind gut bestückt. Bekommt man eigentlich alles.
  • Iskut ist ungefähr halb so groß. Man findet sicher was aber man muss kreativer werden.
  • In Meziadin Junction. Ist nur eine Tankstelle mit chips, Frischkäse aber kein Brot und Sandwiches und instant Nudln.
  • Bell 2 hat nur Chips, Eis und Café.
  • Jade City hat kostenlosen Café und Tee, paar km danach gibt es die Unterkunft Vines&Puppies die Backwaren rausstellen aber kann halt leer sein...
  • Tatogga Lodge hat sehr gute Burger. Bell 2 und Meziadin Junction Motel haben auch welche aber definitv nicht so gut wie in Tatogga.
  • Stewart hat auch einen Supermarkt aber das habe ich nur gehört.
  • Dann halt erst wieder Kitwanga.

Nord

Nachdem der Cassiar Highway kein Mobilfunknetz hat nutzte ich den morgen noch um mich zu Hause zu melden. Richard und Ulli fuhren schon mal nach Nugget City für ein Frühstück an der Kreuzung zum Highway 37. Dort entdeckten sie eine Tafel mit anderen Radreisenden die in der Vergangenheit vorbeigefahren sind. Im Laden gab es noch die historischen Tafeln mit Greg McCahon und Ana Victoria vom September 2022 und Dan Cycles the World im July 2023.

Dann bogen wir ab, auf den Cassiar Highway Richtung Süden. 723 km bis nach Kitwanaga. Die Straße war sofort ruhiger, kein Seitenstreifen mehr und dichter bewachsen an der Straße. Nach nur 3 Kilometern erreichten wir auch schon die Grenze nach Britisch Columbia. Das Motto: The Best Place on Earth musste sich noch zeigen, denn Wolken und Regen machten es nicht attraktiver als den Yukon.

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7 Tage nach dem wir am Milepost 30 vorbeigekommen sind wurde ich darüber informiert das dort nun ein Waldbrand im Gange ist und die Straße verraucht sei. Wir haben nichts davon mitbekommen.

Den ersten Tag auf dem Highway fuhren wir durch abgebrannten Wald die ganze Zeit Hügel hoch und runter. War mal eine Abwechslung zum grünen Wald. Nach 113 km erreichten wir den Boya Lake Campground, wo bereits Forrest und Lasse auf uns warteten. Sie hatten Watson Lake übersprungen und uns so überholt. Der See, besonders bei schönem Wetter, hat eine sehr türkise Farbe und erinnert an Karibik Insel, so wie es Bilder uns zeigten. An dem Abend probierten wir auch eine neue Kreation zum Abendessen aus: Instant Nudeln mit einer fertig Suppenmischung und dazu Instant Kartoffelbrei.

Ulli hatte uns bereits vor 3 Monaten eine Unterkunft gebucht, Vines & Puppies, damit wir nach einer Woche ein richtiges Bett haben würden. Ich hatte sie mir nicht angeschaut aber war sehr überrascht. Bis dorthin war es ein kürzerer Tag aber wir hatten durchgehend Regen und einen leichten Anstieg. In Jade City gab es dann noch kostenlos Tee oder Kaffee. Angekommen in der Unterkunft fanden wir ein Glamping Zelt vor, das schön eingeheizt war und eine rustikale Hot Tube welche mit einem Holzofen beheizt wurde. Außerdem frisches Brot und Chilli con Carne auf dem Herd. Richard schlief auf seiner Luftmatratze auf dem Boden und ich teilte mir das Doppelbett mit Ulli.

An Tag 42 meiner Reise erreichten wir Dease Lake wo am Abend das erste Mal die Sonne wieder schien. Dort bekamen wir auch noch Orangen geschenkt. Auf dem Weg dorthin traffen wir noch eine Gruppe junger Radler und machten an deren Support Fahrzeug halt. 40 Radler von der Texas Universität die 4000 Meilen nach Anchorage in 70 Tagen radeln um Geld für die Krebsforschung zu sammeln.

Internet

Seit der Grenze von Alaska nach Kanada hatte ich kein Mobilfunknetz. In Alaska war es fast überall verfügbar aber in Kanada nur in den größeren Siedlungen. Auf dem Cassiar Highway nirgends. Jedes zweite Auto oder LKW hatten einen Starlink Antenne, genau wie jedes Haus. In Restaurants kann man sich meistens kostenlos verbinden. Mein Tipp: manche Starlink Netzwerke haben kein Passwort! Warst du einmal mit einem offenen Starlink Netz verbunden und ein Auto fährt damit vorbei erhälst du plötzlich Nachrichten im nirgendwo. Flugmodus mit aktiviertem WLAN verbraucht auch nicht viel Energie.

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Mit dem Regen verlor mein Navi, ein Coros Dura, Batterie bis auf 12%. Ich hab es bisher noch nicht geladen aber inzwischen ist es mit der Sonne wieder bei 20%. Mal schauen ob ich nur mit der initialen Ladung bis nach Argentinien komme.

Süd

Nach einer Sternklaren Nacht aber immer noch nicht kompletter Dunkelheit, radelten wir zum Frühstück in die Dease Lake Ortschaft. Dort legten wir eine längere Pause für Strom und Internet ein. Mit vollem Magen ging es direkt anach 500 m hinauf. Dafür hatten wir dann eine 30 km Abfahrt, nur um dann nochmal 280 m zu klettern auf Teils Schotter. Bei dem Anstieg stellte ich dann fest das meine Beine nicht mehr von der Anstregung schmerzten. Am Abend erreichten wir eine kostenlose Recreational Area an einem schönen See.

Tag 44 wurde ich vom ratschen, von Richard, Ulli und anderen Campern geweckt, die alle bei deren Camper standen und Toasts mit Marmelade aßen. Sie haben mir einen übrig gelassen. Ulli war immer gut 2-3 Stunden vor mir wach. Manchmal packte er dann direkt neben meinem Zelt was mich auf die Palme brachte. Mit noch ein zwei weiteren Problemen stand ich paar mal kurz davor ohne die zwei weiter zu fahren. Richard war entspannter und ich kam gut mit ihm klar.

Der Tag war hügelig aber wir hatten zum 2. Frühstück, neben dem Supermarkt in Iskut, Pancakes und 20 km weiter in Tatogga einen richtig guten Burger zum Mittagessen. Am Abend fanden wir einen nicht mehr genutzten Airstrip. Dort sahen wir dann keine 100 Meter vom Zelt einen großen Schwarbären vorbeilaufen. Außerdem gab es viele kleine nervige und beißende Fliegen.

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Auf dem Cassier Highway haben wir 13 Schwarzbären und einen Grizzly gesehen. Manche nur 2 Meter neben uns im Straßengraben. Bis auf zwei die sich wegen ihren kleinen auf die Hinterbeine stellten hatten wir keine Probleme.

An Tag 45 änderte sich endlich das Wetter zum warmen und wir konnten in kurzer Hose und T-Shirt radln. Der Tag war einer der schöneren da es wie über einen Alpenpass ging. In der Bell 2 Lodge gab es dann ein Eis zur Krönung des Tages. Kurz nach der Lodge kam dann ein Rastplatz an einem See mit einer Badeplattform, die wir auch gleich nutzten. Dort blieben wir auch für die Nacht.

Die Nacht war gut aber der Straßenlärm, Helikopter die an der Bell 2 Lodge landeten und ein Rasenmäher der die Seitenstreifen mähte, weckten mich. Es war aber wieder schön warm und ich erreichte meine 3000 km Marke. Zum Mittagessen erreichten wir die Meziadin Junction und hatten wieder einen Burger. Dort entschieden wir auch nicht die 100 km Einbahnstraße nach Stewart und dem Salmon Gletscher zu machen damit wir mehr Zeit auf dem Iceflieds Parkway haben würden. Den Abend verbrachten wir auf dem dortigen Campingplatz, eingezäunt im Elektrozaun wegen eines Problembärs. Außerdem traf ich nach dem schwimmen erneut ehxplorer.com aus Deutschland, die ich bereits 6 mal zuvor auf der Straße gesehen habe. Sie luden uns auf ein Bier ein.

Bevor wir das Ende des Highways erreichten hatten wir einen frühen Tag. Die Wärme in meinem Zelt weckte mich bereits 1 Stunde vor meinem Rhythmus (8 Uhr). So waren wir schon um 14:30 mit unserem Pensum fertig und konnten einen Nachmittag im Schatten an einem See ganz alleine verbringen.

Am letzten Tag hatten wir 31°C und waren wieder früh unterwegs. Es war inzwischen wieder eteas mehr los auf dem Highway aber noch Verhältnismäßig ruhig. Zum Mittagessen an einem super See, gingen mir meine Tortillas mit Frischkäse aus und so musste ich Instant Nudeln kochen. An der nächsten Tankstelle gab es dann noch ein Eis bevor wir den kostenlosen Stadtcampingplatz in Kitwanga erreichten. Zum Abendessen gab es dann mal etwas anderes: Chinesisch (einziges Restaurant).

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Ich habe bereits mein Gepäck um zum Beispiel der Radhandschuhe oder der Schuhwärmer erleichtert, aber hätte ich gewusst wie oft ich in Kanada baden gehen würde, hätte ich eine Badehose eingepackt.

Pausentag in Smithers

Nach einer ruhigen Nacht in Kitwanaga sehnte ich mich nach einer Pause. Wir hatten noch ein Frühstück in der Tankstelle an der Kreuzung des Highway 16 und machten uns dann auf dem Weg nach Smithers. Der ersten großen Stadt seit Whitehorse. 120 km waren aber etwas zu viel. Der Trans Canada Highway 16 war leider sehr befahren im Gegensatz zu dem ruhigen Cassiar. Auf dem Weg trafen wir noch Jürgen, auch aus München, der das letzte Teilstück der Panamericana von Alaska nach Vancouver radelte mit ca. 150 km am Tag. Vancouver nach Ushuia hatte er in 6,5 Monaten gemacht.

Der Pausentag in Smithers war leider ein Sonntag, deswegen gab es nicht viel zu sehen aber es war mal wieder entspannt die Beine hochzulegen, Pizza zu genießen und Kanadischen Football in der Sportbar zu schauen.

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Meine Reisestatistiken: chart.cycling-basti.de

Fazit

Der Cassiar Highway war definitiv sehenswert. Es war entspannt und ruhig. Außerdem gab es genügend Versorgungsmöglichkeiten die aber etwas Planung erforderten. Mit all den Bären war ich aber auch immer auf der Hut.

Im nächsten Blogbeitrag wird es für mich von Smithers über Prince George und Jasper auf den Icefields Parkway nach Banff gehen. Eine der schönsten Straßen die es gibt.

Wer mich auf der Karte „Live“ verfolgt, weiß das ich kurz vor Banff bin. Dort startet die Great Divide Mountain Bike Route. Ich werde das erste Stück mit Naomi bis zur Gernze probieren. Sollte ich weiter auf dieser fahren wird der nächste Blogpost wahrscheinlich etwas verzögert kommen, aufgrund von fehlendem Internet und Zeitdruck vor dem Wetter.

Und nun nur für meine Sponsoren sichtbar, das Bild meiner Pizza aus Smithers. Vielen Dank euch 😊

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