Sekte, Seattle und Washington, USA

Sekte, Seattle und Washington, USA

Wir erreichen die Lower 48 States der USA in Port Angeles, Washington mit der Fähre von Victoria, Vancouver Island. Es geht nach Seattle, weiter Richtung Süden und wir landen zufällig in einer Sekte.

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Vom 8.9.2026 bis 12.9.2026: 5 Tage, 533 km, 2743 hm und 0 Pannen
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Davon sind 33 km Fähre.

Olympic Halbinsel

Eine Woche nichts tun hat gut getan aber es war endlich wieder Zeit aufzubrechen. Naomis USA Visum ist abgelaufen und sie konnte nun ein neues beantragen. Wir verließen Sidney und radelten die 30 km zur Fähre, größtenteils auf Railtrails. In Victoria haben wir nichts mehr angeschaut aber haben uns noch einen Kaffee gekauft um unser restliches kanadisches Geld auszugeben.

Bevor wir an Bord durften hatten wir die erste Passkontrolle. Naomi musste lange diskutieren um ein neues Visum zu bekommen aber es klappte. Ich hatte mit meinem B2 Visum kein Problem. Auf der 90-minütigen Fährfahrt überquerten wir auch den selben Breitengrad wie meine Heimatstadt München. Von nun an sind wir nur noch südlicher unterwegs.

Entlang dem Olympic-Pacific Radweg ging es noch 100 km zum nächsten Campingplatz. Dies war notwendig um tags darauf die frühere Fähre zu erwischen. Der Radweg war ganz schön hügelig aber zum Schluss waren wir wieder auf dem Highway mit noch einem langem Anstieg. Bevor wir kurz vorm Sonnenuntergang am Campingplatz ankamen gab es noch ein Eis an der Tankstelle gegenüber. Im Dunklen bauten wir dann unsere Zelte auf und kochten mal wieder Pasta zum Abendessen.

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Man merkt das es Herbst wird. Die Bäume haben begonnen Laub abzuwerfen und es wurde bereits vor 8 dunkel.

Seattle, Seahawks und Patriots

Früh wach ging es schnellstmöglich zur Bainbridge Island Fähre damit wir den Tag in der Stadt verbringen konnten. Diese brachte uns direkt nach Downtown von Seattle bei schönstem Wetter. Wir fuhren nicht nur direkt auf die Skyline zu sondern wir sahen auch Mount Rainier der schneebedeckt alles überragte. Auch waren viele NFL Seahawks Fans unterwegs, die zur Saisoneröffnung gegen die Patriots übersetzten. Mir waren die Tickets etwas zu teuer (300+€). Naomi hatte außerdem noch ein kurzes Interview mit dem ehemaligen Governeur von Washington der auch mit dem Rad unterwegs war.

Wir schauten uns den Pike Market mit der ersten Starbucks Filiale an, die Space Needle und lauschten dem Konzert vorm Stadion. Danach ging es zu Tisa und Willy die wir zwei Wochen zuvor auf einer der Fähren an der Golden Coast getroffen haben. Diese waren ca. 20 km südlich aber es war ganz schön bergig dorthin. Wir konnten duschen, das Football Spiel anschauen, wurden super verpflegt und den Seahawks Sieg mit Feuerwerk am Lake Washington genießen. Vielen Dank euch beiden.

Sekte, Rail-Trails und Süd-Washington

Ich wurde vom Windspiel früh wach und so waren wir auch früh wieder auf der Straße. Über 50+ km radelten wir um aus der Metropolregion zu entkommen. Größtenteils auf Fahrradwegen und später auf ehemaligen Zugstrecken. An dem Tag lag um die 100 km leider nichts zum campen oder Wildzelten. So fuhren wir weiter und hofften auf einen Park in einer kleinen Ortschaft. Bevor wir dorthin die letzten Meter radelten gönnten wir uns noch einen guten Burger. Leider mussten wir danach feststellen dass wir dort nicht campen durften. Also sind wir noch im Dunkeln 3 km weiter gerollt und haben unsere Zelte wieder im Dunkeln auf einer Zufahrtsstraße zu Hochspannungsleitungen aufgestellt. Das war das erste Mal dass ich ein Rücklicht brauchte.

Der Verkehr war diese Nacht nicht das Problem aber die Züge die alle halbe Stunde hupend in der Nähe vorbeirollten. So schauten wir gleich in der Früh nach einem Warmshowers Host für den Abend um gut schlafen zu können. Wir fanden eine spirituelle Community in einer guten Tagesdistanz. Wir hofften auf Hippies aber zuerst musste ein Kaffee und eine heiße Schokolade her. Danach ging es gemütlich wieder einem Rail Trail folgend leicht bergauf bis ich nach 50 km Schotter meine Mittagspause brauchte. Von da an ging es auf Asphalt weiter bis wir zu früh in Raymond ankamen. Um noch etwas Zeit zu verbrauchen gab es auch noch ein Dairy Queen Eisbecher.

Als wir die letzten Meter zu unserem Host fuhren dachten wir uns noch nichts. Dort angekommen fanden wir eine Farm vor auf der 30 Leute lebten. Ein paar weitere kamen später noch dazu die auf der anderen Buchtseite lebten. Wir wurden herzlich begrüßt und wurden zu einer Feier am Abend eingeladen. Aber bevor es los ging hatten wir noch eine Dusche. In einem Raum versammelten sich alle und es begann mit Gruppengesang. Die Männer waren alle sehr ähnlich gekleidet und hatten die gleich Frisur. Die Frauen waren auch feierlich gekleidet. Wir bekamen erklärt dass sie sich 10 Tage vor Yom Kippur befanden und die Vorbereitungen dazu begannen. Deswegen wurde auch nicht getanzt sondern die 5 Männer sprachen über eine Stunde darüber wie man besser in einer Gemeinschaft zusammenleben kann. Sie sind ganz schön vom Thema abgekommen und Naomi und ich fragten uns danach was das sollte. Am Ende beteten wir noch zusammen.

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Ihr könnt Naomi auf Instagram und Youtube folgen: @naominim

Da es ein Tag nach Neumond war versammelten sich alle draußen um die Sichel zu sehen aber es war zu bewölkt. Wir bekamen auch die Bedeutung des Mondes und weiterer Naturphänomene im Glauben erklärt. Danach gab es feierlich selbst gefangenen Lachs aus Alaska. Als nicht Fischesser aß ich ihn trotzdem aufgrund von mangelnden Alternativen. Wir sassen wenigstens am Tisch mit einem bereistem Vater und seiner Familie mit 8 Kindern. Er erzählte von seiner Zeit in Patagonien und in der Karibik. Mit meinem Job (IT) konnten sie aber nichts anfangen.

Nach Oregon

Die Nacht verbrachten wir auf Matratzen in einem Zelt in der Scheune. Es war sehr angenehm aber wir wurden früh vom Treiben geweckt. Wir waren auch zur nächsten Feier in der Früh und dem Frühstück danach eingeladen aber vor diesen drückten wir uns schnellstmöglich. Um richtig wach zu werden saßen wir schon vor 9 im McDonald's auf einen Kaffee. Danach ging es gemütlich auf und ab nach Astoria, Oregon. Um aber nach Oregon zu kommen gibt es die 5 km lange Astoria Brücke. Sie hat nur einen Seitenstreifen von 50 cm und dieser war sehr verschmutzt. Naomi wurde durch den Luftzug von einem knapp vorbeifahrendem Wohnwagen in die Straße gezogen aber ohne dass etwas passiert ist. Wie wir später erfahren haben gibt es auch einen Shuttlebus der einmal täglich Nachmittags Fahrradfahrer kostenlos übersetzt.

Astoria haben wir uns nicht angeschaut, sondern flohen vor dem Regen Richtung Campingplatz. Dieser erreichte uns aber auf der zweiten Brücke die Astoria Richtung Westen verlässt. Auf der Brücke zog ich nur schnell die Regenjacke an aber es war dann doch stärker als gedacht. Auf der anderen Seite setzten wir uns durchnässt eine Stunde zum Trocknen in ein Fastfood Restaurant. Dort hatten wir auch Zeit zum Googeln wo wir die letzte Nacht verbracht hatten: in der Sekte Twelve Tribes. Danach ging es noch paar Kilometer wieder trocken auf den Hiker und Biker Campingplatz.

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Mehr Infos zu der Glaubensgemeinschaft Zwölf Stämme: Wikipedia

Fazit

Es war richtig schön wieder unterwegs zu sein. Washington war schnell durchquert. Hätten wir nicht nach SeSeattlgewollt habe ich viel Gutes gehört wenn man von Port Angeles nicht nach Osten, wie wir es gemacht haben, zu radeln sondern nach Westen und der Küste zu folgen.

Außerdem war es eine sehr interessante Erfahrung zufällig in einer Sekte zu landen. Hätte ich auch nicht gedacht jemals so wo zu landen.

Nächste Woche geht es dann mit Oregon weiter. Da die Bundesstaaten so schnell durchquert waren, fasse ich sie in einzelne Blogposts dafür etwas kürzer und öfter.

Und nun nur für meine Sponsoren sichtbar das Bild meiner Pizza aus inzwischen San Francisco. Vielen Dank euch 😊

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