Radreise Südost: in die Türkei, nach Asien und zurück nach Istanbul

Radreise Südost: in die Türkei, nach Asien und zurück nach Istanbul

Mit etwas verzögerung nun der letzte Teil meines Radreiseblogs nach Istanbul. Alle Blogeinträge findest du hier:

Radreise Südost 🇹🇷 - Cycling Basti - Mein Radreiseblog
Vom 27.4.2025 bis 16.6.2025 war ich mit meinem Drahtesel Richtung Krotian und Südosten bis Istanbul unterwegs.

Dieser Eintrag enthält nur ein paar Tage des Reiseabschlusses da ich es nicht mehr geschafft habe jeden Abend meinen Tag aufzuschreiben.

Tag 35 bis 38 - 360 km

Nach meiner Pause mit meiner Familie ging es weiter entlang an der grieschischen an der Küste. Ich habe ab dem Zeitpunkt auch kaum mehr Radreisende getroffen. Außerdem ist es immer wärmer geworden und Campingplätze immer rarer. Deswegen bin ich nur noch in Apartments geblieben.

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Meine Route und mehr Bilder sind hier zu finden: https://route.cycling-basti.de/lists?list=i7otg2s768e302b

Die Küste war schön und die Pitas waren echt lecker. In Kavala stand das erste Schild nach Istanbul: Konstantinopel in 460 km. Kurz hinter Kavala bin ich mal wieder zum guten alten Lidl einkaufen gewesen und wollte dann am Strand frühstücken. Als ich am Strand ankam, habe ich jemanden winken gesehen. Es war ein Brazilianer den ich bereits in Dubrovnik auf dem Campingpaltz getroffen habe auf seinem Weg nach Tokio. Ansonsten ist nicht mehr interessantes passiert.

Tag 39 - Kesan - 78 km

Einkaufen beim voraussichtlich letzten Lidl für eine lange Zeit stand als Erstes auf der Liste. Bei den noch wärmeren Temperaturen als in den letzten Tagen musste ich viel zu trinken kaufen. Am Ende des Tages hatte ich über 6 Liter zusammen.

Da die Fahrradroute kürzer war als die Rennradroute auf Komoot, ging es mit einigen Umwegen über Feldwege Richtung Grenze zu Land Nummer 11, der Türkei. Bis dahin ging es auf Nebenstraßen und Bundesstraßen mit Standstreifen ganz gut. Nach der imposanten Grenze zur Türkei war es eher eine Autobahn mit leichtem Gegenwind.

Hügelig ging es nur geradeaus nach Kesan. Bergauf wehte kein Wind, so zeigte mein Navi 41 Grad an (Tagesdurchschnitt 35), und ich freute mich über den Wind der eng vorbeifahrenden LKWs. Erschöpft kam ich in einem Hotel an und genoss die Klimaanlage. Zum Abendessen gab es meinen ersten türkischen Dürüm Döner.

Tag 40 - Gelibolu - 68 km

Der Trubel auf der Straße unten vor meinem Zimmer weckte mich. Im Hotel gab es dann noch ein Frühstücksbuffet. Aus Kesan heraus nahm ich eine Nebenstraße, aber diese Landstraße war schnell nur noch ein guter Feldweg. So nahm ich schnellstmöglich die Bundesstraße, und mit nur einem großen Anstieg war es auch sehr angenehm zu fahren, da der Standstreifen sehr sauber war.

Leider ist man bergauf zu langsam für Fahrtwind, und so schwitzt man bei 30 Grad ganz schön. Zur Halbzeit kaufte ich Wasser und ein Eis an einer Tankstelle, und beim Verlassen traf ich einen anderen einheimischen Radreisenden, der die Feiertage in der Türkei nutzte. Zum Mittagessen erreichte ich schon mein Hotel. Zum Essen kaufte ich mir eine Brotzeit im Supermarkt und aß diese am Strand im Schatten. Den restlichen Tag genoss ich die Klimaanlage.

Tag 41 - Canakkale - 38 km

Ausgeschlafen bekam ich wieder Frühstück im Hotel. Nach nur einem Kilometer war ich auch schon im Hafen bei meiner Fähre nach Asien angekommen. Auf der halbstündigen Fahrt kann man wunderbar die längste Hängebrücke der Welt bestaunen, und das für nur 30 TL (ca. 0,75 €). Über die Brücke darf man leider nicht radeln, da es eine Maut-Autobahn ist.

Die restlichen Kilometer waren nichts Besonderes, bis ich in der Stadt Canakkalle direkt am Trojanischen Pferd ankam. In einem netten Hotel genoss ich den Abend mit einem Döner.

Tag 42 - Pausentag Canakkale

Ausgeschlafen ging ich zum Frühstücken in das nächste Café. Auf der Speisekarte fand ich ein Nutella-Croissant. Viel zu groß, reichte es mir bis zum Abendessen, aber lecker war es. Leider waren fast alle Geschäfte wegen der Feiertage geschlossen, aber ich fand Gott sei Dank einen Barber Shop und ließ mir meine lang überflüssigen Haare schneiden. Eine Stunde lang verbrachte ich dort mit dem Ausbrennen von Ohrhaaren und einer Gesichtsmaske. Das Ganze kostete mich genauso viel wie nur Haare schneiden in München (14 €). Danach schaute ich mir noch die Stadt an und besuchte das Marinemuseum.

Bevor ich zum Abendessen noch Pide essen ging, schaute ich mir noch ein paar der großen Schiffe an, die durch die Meeresenge Dardanellen fuhren. Bei meinem Einkauf für morgen fand ich noch eine Kuriosität: einen nassen Burger. Er schmeckte mir aufgrund der Tomatensoße nicht, aber ohne wäre er sicherlich gut, so vollkommen durchgeweicht.

Tag 43 - Kayalar - 95 km

Früh stellte ich den Wecker, denn Troja wartete auf mich. Nach den täglichen Haferflocken ging es wieder auf die Bundesstraße Richtung Süden. Nach einer Stunde und einem schweißtreibenden Anstieg erreichte ich Troja. Dies sollte mein westlichster Punkt Asiens auf dieser Reise sein. Der Eintritt von 27 € war etwas teuer, aber man muss es ja gesehen haben, wenn man schon mal da ist. Es war ganz interessant zu sehen, wie neun Städte übereinander gebaut wurden. Leider war ich nicht so beeindruckt, wie ich erhofft hatte. Danach im Museum war ich auch nicht begeistert, da es wie jedes andere archäologische Museum sein könnte.

Nach einem kurzen Mittagessen ging es weiter Richtung Süden, meist mit Rückenwind. Zwei Pausen legte ich an Tankstellen ein, um mein Wasser aufzufüllen. Erst kurz vor dem Ziel verließ ich die Bundesstraße wieder, um über einen Bergkamm ans Meer zu kommen. An der Küstenstraße reihten sich Beach Clubs, teils mit Campingplätzen, aneinander. Nach 9 Kilometern auf dieser schmalen Straße erreichte ich einen deutschen Campingplatz. Die Eigentümer leben im Sommer hier und im Winter in Hamburg. Bei 25 Grad Wassertemperatur kühlte ich mich im Wasser ab – das erste Mal auf der Reise. Mit einem Paar aus Halle gab es dann noch Manti (türkische Tortellini) und Köfte mit Salat zum Abendessen. Die deutsche Unterhaltung tat gut.

Tag 44 - Akcay - 36 km

Ungewohnt, wieder im Zelt zu schlafen, war ich bei der Hitze und dem ersten Sonnenschein bereits früh wach, aber sehr müde. So ließ ich mir Zeit beim Zusammenpacken. Da der Campingplatz kein WLAN hatte, suchte ich mir ein Café, bestellte für 20 TL (ca. 0,45 €) einen Çay/Tee und nutzte das WLAN, um wieder auf dem neuesten Stand zu sein. Nach ein paar Kilometern auf der Küstenstraße erreichte ich wieder die Bundesstraße vom Vortag und folgte dieser Richtung Osten. Leider gab es keinen Standstreifen mehr, sondern eine dritte Spur, die aber zum Teil beparkt war, weswegen kaum Autos darauf fuhren.

Ich kaufte noch schnell bei Mikros ein und fuhr in das nächste Stadtzentrum in Akcay am Strand. Nach 35 km machte ich dort Mittagspause und überlegte, wie weit ich noch fahren sollte. Zum Wildcampen fühlte ich mich noch nicht sicher genug, und das nächste Hotel wäre noch 100 km entfernt. Deswegen entschied ich mich nach einem entspannten Tag für das nächstbeste Hotel und ging am Nachmittag nochmals an den Strand und zum Abendessen aus.

Tag 45 bis 48 - 335 km

Eigentlich war der Plan von Akcay aus weiter an der Küste Richtung Izmir und dann weiter in den Osten zu radln. Leider hatte es in Izmir die kommenden Wochen immer über 35 Grad. Deswegen entschied ich mich richtung Ankara aufzubrechen und in die Berge zu fahren. Ohne das ich mich wohlfühlte beim Wildcampen und dass die Unterkünfte immer rarer wurde probierte ich es trotzdem. So ging es mit hohen Bergen und Gegenwind weiter richtung Osten.

In Dursunby östlich von Balikesir reichte es mir dann. Eine zu fremde Kultur und keine Verständigungsmöglichkeit außer Google-Übersetzer. Erschwerend kam noch hinzu das ich keine Sim Karte für mehr Kontakt hatte. Ich entschied von Dursunby über weiter hohe Berge und Mustafakemalpasa nach Bandirma zu radln und von dort aus mit der Fähre direkt ins Zentrum von Istanbul zu fahren. So war ich zwei Tage später wieder in Europa und in Istanbul ohne irgendeinen Verkehr. Von der Fähre waren es weniger als 10 Minuten zu Blauen Moschee und danach noch weitere 5 ins Hostel.

Tag 49 und 50 - Istanbul

Meinen vorletzten Tag nutzte ich zuerst um mir einen Fahrradkarton zu besorgen (10 €) und mein Fahrrad auseinander zu bauen. Den Nachmittag nutzte ich noch um mir die Stadt etwas anzuschauen. Der letzte Tag war eigentlich nur mit dem Taxi zum Flughafen zu fahren und nach Hause zu fliegen. Zu Hause wurde ich dann schön empfangen.

Fazit

Ich hoffe, auch wenn dieser letzte Teil meiner Reise nach Istanbul nicht mehr so ausführlich ist und "etwas" später kommt, dir trotzdem gefallen hat.

Die Reise hat für mich ohne festes Ziel angefangen und so ging es immer weiter Richtung Osten. Nach dem Urlaub mit meiner Familie und der ungewohnten Kultur der Türkei fiel es mir immer schwerer weiter zu radln. Mit Istanbul hat die Reise auch ein schönes Ende gehabt.

📊
Am Ende waren es: 2650 km mit 26.000 hm und ca. 198 Std. Fahrzeit
Mehr unter: https://chart.cycling-basti.de/report/reise-suedost-tuerkei

Natürlich würde ich das ein oder andere anders machen aber für die erste lange Radreise lief es richtig gut. Keine Straßenhunde und kaum Regen. So wie ich die Reise erlebt habe, würde ich sie im Großen und Ganzen weiterempfehlen.

Ausblick

Nachdem es ja in der Türkei etwas warm wurde dachte ich mir da kann ich doch im Sommer noch in etwas kältere Gefilde radln. Die Lust ist zum Radln ist mir nicht ausgegangen. Und so radelte ich Anfang August nach 6 Wochen Heimaturlaub noch mal "schnell" ans Nordkap 😅.

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