Alaska 2: mein Weg nach Norden

Alaska 2: mein Weg nach Norden

Nachdem ich mich letzte Woche von Anchorage nach Seward eingefahren habe, ging es diese Woche los von Anchorage nach Norden. Leider mit Problemen. So musste ich erneut umplanen.

🗺️
Vom 8.6.2026 bis 13.6.2026: 6 Tage, 305 km, 1450 hm und 0,5 Panne

Tag 9: raus aus Anchorage

Nach zwei Tagen Pause in Anchorage, im selben Hostel wie zuvor, ging es an Tag 8 wieder los. Zum Supermarkt ging es noch schön durch einen Park. Danach aber für ca. 50 km auf einem Radweg neben der 4-6 spurigen Autobahn entlang.

Eine Mittagspause machte ich an einem schönen See in T-Shirt und kurzer Hose. Dort stand auch ein Schild das Kinder nicht schwimmen werden sondern eine Schwimmhilfe brauchen. Deutschland hat schon viele Schilder aber hier sind viele Schilder die eigentlich das offensichtliche erklären. Zum Beispiel wie eine Fußgängerampel funktioniert. Radwege auszuschildern können sie dagegen eher selten.

Nach der Pause endete der Radweg einfach auf der Autobahneinfahrt. Ohne alternative ging es für paar Kilometer auf dem Glenn Highway. Bis zur nächsten Ausfahrt wo sich der neue vom alten Highway trennt, nutzte ich den Seitenstreifen. Auf dem altem war es wieder schön ruhig.

Da es über die Nacht regen sollte fragte ich bei Warmshowers an und erhielt die Möglichkeit im Garten von Chelsea zu bleiben. Sie ließ ihr Haus offen so das ich jederzeit rein konnte. Zum Abendessen ging ich noch in eine Sportsbar auf einen Burger und schaute das NBA Finale.


Tag 10: Palmer und Park Highway

Bis um 10 Uhr regnete es noch und das saß ich im Zelt aus. Konnte dann aber trocken zusammenpacken. Den Tag über sah ich zwar regen aber wurde nicht mehr nass.

🗺️
Meine Routen findest du unter Karten oder auf Komoot.

Es ging den ganzen Tag entlang von nur zwei Highways, die jeweils immer kleiner wurden, auf noch ziemlich guten Radwegen. Mein Zelt schlug ich am Ende neben der Straße auf. Nicht der beste Ort wie es sich herausstellte. Highway auf der einen Seite, Fluss auf der anderen und die anderen beiden war der Anflugsschneise vom Flughafen und die Zugstrecke. Außerdem viele Mücken.


Tag 11: Kein Netz

Nach einer schlechten Nacht, trotz Ohrstöpsel, hatte ich die SMS von Vodafone das ich kein Datenvolumen mehr habe. Bis ich aber in Deutschland angerufen habe war dort keiner mehr erreichbar. Gott sei Dank hatte ich mir Karten heruntergeladen und heute Rückenwind. So schaffte ich die 50 km zum nächsten Versogungspunkt in 2 Stunden.

📊
Meine Reisestatistiken: chart.cycling-basti.de

Sobald ich von meinem Schlafplatz den Fluss überbrückte endete der Radweg. Ab dar war der Highway auch nur noch einspurig. Der Seitenstreifen war schön und fast neu asphaltiert. Außerdem erblickte ich immer wieder den Denali der aus der fernen Bergkette immer hervor ragte.

In der Pause am Supermarkt bemerkte ich erste dunkle Wolken. Zu dem das nur noch eine Tankstelle in 20 km kommen sollte und danach der nächste Laden in 180 km sein sollte. Also kaufte ich für 2,5 Tage essen ein. Danach änderten sich die Straßenbedingungen zu quer laufenden Rillen/Rinnen aufgrund von Frostschäden.

An der Tankstelle machte ich eine Eispause und wartete den Schauer ab. Da die nächste Rastmöglichkeit auf meiner Karte außerhalb meiner Reichweite lag, blieb ich auf dem Camperstellplatz/Campingplatz wo ich mich zur Pause niedergelassen habe.

Da ich bereits um 15:30 Uhr dort angekommen war und keine Mobilen Daten hatte, nutze ich die Zeit und kontrollierte mein Rad. Dabei musste ich feststellen das meine Felge an zwei Speichen einriss. Ohne die Schwerwiegenheit des problems recherchieren zu können machte ich mir Mac&Cheese und ging schlafen.


Wie es mir geht?

Folgendes habe ich auf die Frage gestern geantwortet:

Hey, ja wieder ganz gut. Nichts verläuft bisher nach Plan 😅 aber irgendwie funktioniert es schon. Jetzt wo das Rad repariert ist gehts wieder besser. Heute Abend kommt auch Till. Das nächste Problem wird das Wetter (Regen/vielleicht Schnee) werden. So langsam gewöhn ich mich auch an die amerikanische Umgangsform. Es ist eine Achterbahnfahrt 😉


Tag 12: erneut umplanen

Wieder mit Mobilen Daten (danke Mama) konnte ich herausfinden das es ziemlich schnell katastrophal enden kann mit so einem Schaden. Aber um darüber nachzudenken bin ich erst mal los geradelt. Nach 10 km und keinen besseren Straßenbedingungen drehte ich um, um bei der Tankstelle vielleicht eine Mitfahrgelegenheit zu bekommen.

Dort traf ich einen Pickupfahrer der mir zwei Komponentenkleber angeboten hat. Er hatte damit seine Gangschaltung zusammen geklebt 😅. Für 2000 km war es mir aber zu riskant. Ein Bus ging auch nicht von dort aber ein Zug im 6 km (Luftlinie) entfernten Talkeetna. Das lag auf der anderen Seite des Flusses in 50 km. Dort kaufte ich mir direkt ein Zugticket. Aus Mitleid verzichtete der Verkäufer auf extra Gepäckgebühren für das Rad. Dann suchte ich mir noch einen ruhigen Campingplatz am Wasser.


Tag 13: Zugfahrt

Nach einer ruhigen Nacht ging es direkt zum Zug. Der Wagon war ziemlich leer und so konnte ich immer auf die interessantere Seite wechseln. Als reiner Touristenzug kamen viele Durchsagen zu Highlights entlang der Strecke. Auch bei Tiersichtungen bremste der Zug und alle sprangen auf um auch etwas zu sehen.

Bis Cantwell war der Denali auch sehr oft wolkenfrei sichtbar. Ab dem Mc Kinley Nationalpark Stop ging es in die Ebene nördlich der Alaska Bergkette. Dort findet sich nur noch Nadelwald. Mal schauen wie es wird das in morgen zurück zu radln. Ein Teil der Strecke war auch letztes Jahr abgebrannt, n einem Waldbrand, der über 100 Tage gebrannt hat.

In Fairbanks, nach 400 km und 8:30 Stunden fahrt, angekommen, bin ich nur noch in mein Hostel geradelt. Dort traf ich noch einen Motorradfahrer aus der Schweiz, der gerade aus Deadhorse zurück gekommen ist. Er hatte bis zu -6 Grad und hatte noch schlechteres Wetter für 5 Tage dort oben ausgesessen. Die Panamericana hat er damit abgeschlossen und nach insgesamt 130.000 km geht's heim. Er freut sich auf eine Couch und einen Fernseher 😂.


Tag 14: Reparatur und Till

Heute ging es früh raus zum Radladen. Der Chef von Bankstown in Fairbanks verkaufte mir sein gebrauchtes Hinterrad zu einem guten Preis da es am besten passte. Gegenüber genoss ich einen richtig guten Bagel mit Nutella zum Frühstück mit einer heißen Schokolade während ich wartete.

Den restlichen Tag war es Zeit die Klamotten zu waschen, Postkarten zu schreiben und IT updates zu machen. Ein neues Kartenfeature konnte ich aber immer noch nicht fertigstellen. Bleibt gespannt 😉.

Am Abend holte ich Till noch am Flughafen ab und half ihm sein Rad aufzubauen.


Ausblick

Auch wenn nicht immer alles nach Plan verläuft geht es weiter. Ab morgen geht es dann erstmals entlang der Orginalroute zum Denali. Hoffentlich hält das Wetter, damit wir das Panorama auf die Berge genießen können.

Mal schauen wann der nächste Blogpost kommen wird, da es nun einen Zeitrahmen gibt, damit Till seinen Flug in 3 Wochen in Whitehorse erwischt.

Wer Till auf Instagram folgen will: @till_hill13.

Und nun nur für meine Sponsoren sichtbar das Bild meiner Pizza aus Anchorage. Die ersten Postkarten sind auch schon verschickt. Vielen Dank euch 😊

Dieser Beitrag ist nur für zahlende Abonnenten

Bereits ein Konto? Anmelden.